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| Beste Gegend Beste Gegend Inhalt des Films Die Geschichte zweier Freundinnen auf dem bayerischen Land, die nach dem Abitur von einer Weltreise träumen, jedoch in Südtirol stranden und sich nach ihrer Rückkehr in die Heimat mit kleinen Alltagsdramen arrangieren müssen. Coming-of-Age-Geschichte in Form eines liebevollen Heimatfilms, konzipiert als Mittelteil einer geplanten Trilogie. Ein ebenso so routiniert wie uninspiriert inszenierter Film, dem es an dramaturgischer Verdichtung mangelt. ![]() ![]() Filmkritik Fußball, Autos, feiste Wiesen und der Himmel weißblau: Die beste Gegend liegt in Bayern. Die beste Zeit liegt etwa zwei Jahre vor dem Abitur, gern gekoppelt mit der ersten großen Liebe. Dass man in der besten Gegend lebt, erkennt man, wenn die Schule vorbei und die erste Liebe zumindest nicht mehr neu ist, wenn man wieder Augen für feiste Wiesen hat - es sei denn, man kann den Verlockungen der großen, weiten Welt doch nicht widerstehen. Kurz zusammengefasst ist dies der Inhalt der Coming-Of-Age-Geschichte, die Marcus H. Rosenmüller in "Beste Zeit" (fd 38 235) und "Beste Gegend" erzählt, mit "Beste Chance" soll schließlich eine Trilogie daraus werden. Während der erste Teil im Juli startete, kommt mit weniger als einem halben Jahr Abstand jetzt Teil Zwei in die Kinos. Kati und Jo sind beste Freundinnen, sie leben im Landkreis Dachau nahe München. "Beste Gegend" beginnt mit der Abiturprüfung, in der Jo ein Black-out hat: "Schreib' was über Nazis, das geht immer. Oder die DDR", raunt Kati ihr zu. Viel helfen wird es nicht. Egal: Die beiden planen eine Weltreise, die zumindest bis Südspanien gehen soll. Im eigenen Auto, versteht sich, wichtigster Garant für Freiheit und Unabhängigkeit, wenn man auf dem Land lebt. Katis Auto ist ein violetter Mercedes, ein Geschenk ihres Vaters und ein ziemlicher Schrotthaufen. Trotzdem liegt es nicht am Auto, dass Kati und Jo nur bis Südtirol kommen und dann umkehren. Die Weltreise wird aufgeschoben, zurück daheim spielen sich im vertrauten Rahmen die Dramen und Freuden des (Land-) Lebens ab: die Kiesgrubenfeste, Fußballspiele und Familienangelegenheiten. Mal ist die Freundin von Kumpel Rocky schwanger, mal streitet man mit der besten Freundin um einen Mann. Immer wieder geht es um das Fernweh und darum, ob man noch die gleichen Sehnsüchte teilt. Nett und sympathisch sind die Charaktere, hübsch anzusehen die sanften, grünen Hügel, die alten Bauernhäuser und gewundenen Landstraßen. Die Drehbuchautorin Karin Michalke stammt ebenfall s aus der besten Gegend, aus Altomünster im Landkreis Dachau. Sie ist 1976 geboren, wie vermutlich auch ihre Hauptfiguren: Denn sie feiern in "Beste Gegend" das "Abi '95". Jungen Drehbuchautoren wird oft geraten, über etwas zu schreiben, das sie kennen. Was bleibt da, im Durchschnitt, viel anderes als Kindheit und Abitur? Wenn es funktioniert, wenn die Dialoge stimmen und die Darsteller zaubern, dann springt ein Funke über - wie etwa in Marco Kreuzpaintners "Sommersturm" (fd 36 662). Der magische Abiturzeit-Funke will hier indes nicht richtig zünden, auch wenn die Schauspieler ihre Sache gut machen und es schön ist, dass durchgehend Dialekt gesprochen wird. Manchmal sind die Dialoge witzig und zutreffend, häufig aber belanglos, das Geschehen plätschert recht dramaturgiefrei dahin, eine Verdichtung findet nicht statt. Hinzu kommt eine so routinierte wie uninspirierte Inszenierung; das war in "Beste Zeit" ähnlich. Dabei ist Marcus H. Rosenmüller talentiert, er hat es mit seinem ersten Film bewiesen, mit der liebevollen, vor Einfällen sprudelnden Komödie "Wer früher stirbt ist länger tot" (fd 37 745): ein Überraschungserfolg, der in Bayern monatelang im Kino lief und bei der Verleihung der deutschen Filmpreise 2006 mehrfach ausgezeichnet wurde - unter anderem für das Drehbuch, das Rosenmüller zusammen mit Christian Lerch geschrieben hat. Seitdem dreht er einen Film nach dem anderen, spezialisiert auf den neuen Heimatfilm, der mit Klischees spielt statt sie stereotyp zu wiederholen; ein Genre, das sich in den vergangenen Jahren in Bayern immer größerer Beliebtheit erfreute - bei Machern und Publikum. Ein wenig wirkt es so, als hätte Rosenmüller all seine originellen, bayerisch-anarchischen Ideen, seine Detailverliebtheit und sein Gespür für Inszenierung, für Rhythmus und Timing in seinen ersten Film investiert und sich danach auf das rudimentäre Handwerk beschränkt: Eine bestimmte Geschichte in einer bestimmten Zeit mit einem bestimmten Team abzudrehen und dann das Material lehrbuchartig zu schneiden. | |
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