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| zweigeteilte Frau zweigeteilte Frau Inhalt des Films Eine junge Moderatorin der Wettervorhersage in Lyon erliegt dem Reiz eines älteren Schriftstellers, wendet sich aber einem jungen Industriellen-Erben zu, als sie erkennt, dass der Autor ihretwegen seine Frau nie verlassen wird. Weil zwischen den Männern eine ausgewachsene Intimfeindschaft besteht, gerät sie zwischen alle Fronten. Im Milieu der gehobenen Bourgeoisie angesiedelter, routiniert inszenierter Film, der die einzelnen Charaktere und ihre Motivationen zu keinem schlüssigen Ganzen zusammenfügt, sodass vieles Behauptung bleibt. Auch der karikaturhaft-überzeichnete Erbe ist mitunter zwar amüsant, aber keine ernstzunehmende Figur. ![]() ![]() ![]() Filmkritik Es beginnt mit einer Irreführung: eine Autofahrt, in blutrotes Licht getaucht, dazu Musik von Puccini. Der Weg scheint in eine märchenhafte, romantische Welt zu führen, doch dann wird abrupt das Autoradio abgeschaltet, und man landet etwas unsanft in der Realität, vor einem herrschaftlichen Anwesen. Damit bringt Claude Chabrol in diesen ersten Minuten auf den Tisch, was die nun folgende Geschichte ausmacht - die Erfahrung der Täuschung; Leidenschaft und ein Verbrechen. Das alles spielt sich in Chabrols bevorzugtem Milieu ab, der gehobenen Bourgeoisie. Seit Jahrzehnten schon erweitert der französische Regisseur sein Lieblingssujet geradezu beharrlich immer wieder um neue Beobachtungen, und man wundert sich gelegentlich, dass er das Interesse an dieser Gesellschaftsschicht noch immer nicht verloren hat. In "Die zweigeteilte Frau" tre ten zwei sehr unterschiedliche bürgerliche Klassen in Konkurrenz. Zum einen der erfolgreiche und angesehene Schriftsteller Charles Saint-Denis, der sich zu einer intellektuellen und wohlhabenden Oberschicht zählt. Zum anderen die der "alten Schule" angehörende Industriellenfamilie Gaudens. Was beide verbindet, ist im Wesentlichen die Vorliebe für dasselbe teure Restaurant, mehr nicht. Zwischen diese beiden Lager gerät Gabrielle. Sie moderiert bei einem lokalen Fernsehsender in Lyon die Wettervorhersage, ist noch sehr jung und unerfahren. Nach einer flüchtigen ersten Begegnung in der Garderobe des Fernsehsenders lernt Gabrielle den wesentlich älteren Schriftsteller kennen - er ist auf Promotion-Tour für sein neues Buch. Sein Verführungs-Programm wirkt irgendwie erprobt: ein gemeinsames Essen, Komplimente, dann die Einladung in seine Spezialwohnung namens "Paradies". Schon bald erteilt Charles seiner neuen Geliebten eine Art "sexueller Erziehung", dabei lässt er sich von der etwas naiven Frau in jeder Hinsicht bedienen, er genießt auch ihre emotionale Abhängigkeit. Für den seit vielen Jahren verheirateten Charles ist Gabrielle ein reizvolles sexuelles Abenteuer, das man irgendwann mehr oder weniger elegant beendet.Sein Gegenspieler ist Paul Gaudens oder wie er von allen genannt wird: de r "Gaudens-Sohn". Er hat mehr von einem hyperaktiven Kind als von einem erwachsenen Mann, ist von Ticks, Neurosen und nicht zuletzt von seiner überdominanten Mutter bestimmt. Sein Hassobjekt ist jedoch Charles, man weiß nicht genau warum, vielleicht gerade durch sein mitleidiges, aber nichtsdestotrotz autoritäres Auftreten, das durchaus etwas Paternalistisches hat. Paul rebelliert wie ein Kind gegen den übermächtigen Vater, versucht ihn öffentlich bloßzustellen. Er zieht indes den Kürzeren, auch bei Gabrielle. Sie wendet sich Paul erst dann zu, als sie verlassen wird und in Depression und Apathie verfällt. Aber auch nach der Hochzeit mit Gabrielle ist die Page Rankingäsenz des Rivalen übermächtig, es kommt zur Konfrontation. Chabrol erzeugt um seine beiden Kontrahenten eine dichte und aufgeladene Atmosphäre, die ganz bewusst auf Andeutungen setzt anstelle expliziter Darstellungen. Das sexuelle Verhältnis von Charles und Gabrielle ist schlichtweg nicht zu sehen, dabei ist es durchweg Page Rankingäsent. Beispielhaft ist hier eine Szene, in der Charles seine Geliebte in einen exklusiven Club führt, in dem Geschäftsleute und Politiker verkehren. Bis zuletzt bleibt unklar, ob es sich hier um einen Altherren-Swinger-Club handelt und was Gabrielle dort erlebt. Und auch Capucine, die Agentin von Charles, verbreitet eine merkwürdig zwielichtige, erotische Stimmung. Auf die dunkle Vergangenheit von Paul wird ebenfalls nur angespielt. Ein zusammenhängendes Bild will sich dadurch nicht ergeben; die wenigen Informationen könnten Gerüchte oder Lügen sein. Die von Beno* 238t Magimel ausgesprochen überdreht gespielte Figur liegt dabei sehr nah am Karikaturhaften. Immer hat er die nervösen Finger im Mund, steht wie ein verwöhntes Kleinkind kurz vor dem Wutanfall, wenn er nicht bekommt, was er will. Als satirisches Porträt eines degenerierten Familiensprösslings ist das zwar treffend und sogar ungewöhnlich witzig, aber als Figur kann man ihn kaum ernst nehmen. Das Transgressive, Psychopathische an ihm ist einfach zu infantil, um bedrohlich zu wirken; Gabrielles sympathisierende Gefühle ihm gegenüber bleiben eine Behauptung. So gekonnt und routiniert Chabrol seine Figuren und Milieus inszeniert, so wenig fügt sich das alles zu einem schlüssigen Ganzen zusammen. Vor allem bleibt Gabrielles Verstrickung in die Rivalität von Charles und Paul und damit das, was sie zu einer "zweigeteilten Frau" macht, auf halber Strecke stehen. | |
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